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CD-Kritik: The Dø – A Mouthful


CD-Kritik: The Dø – A Mouthful

Mit Blechtrommeln, Flöten und Kinderchor stellen The Dø unmissverständlich klar: “We are not crazy / We are not afraid of you grown-ups”. Es war eine weise Entscheidung, dieses Statement gleich in die ersten Zeilen des Openers zu packen. Denn stellenweise klingt das Debüt des Duos, “A Mouthful”, tatsächlich so, als wären einige Pferde mit Olivia Merilahti und Dan Levy durchgegangen. Doch mit bemerkenswerter Experimentierfreude und Mut zu schiefen Klängen gelingt es dem französischen Gespann, perfekt strukturiertes Durcheinander auf einen Silberling zu bannen.

Als kräftig kann man Olivia Merilahtis Organ wahrlich nicht bezeichnen. Von brüchig über heiser bis schrill reicht ihr Repertoire. Manchmal scheint ihre Stimme selbst mit den verzerrten Klängen der E-Gitarre konkurrieren zu wollen. Sie zehrt an den Nerven. Sie macht einen fertig. Und trotzdem bahnt sich Merilahtis weinerlicher Gesang zu den nachdenklichen Klängen von “On My Shoulders” unweigerlich seinen Weg durch den Gehörgang und bleibt dort hängen.

Denn in Dan Levy fand die Französin mit finnischen Wurzeln den perfekten Spielgefährten: Als Spezialist für Melodien und Arrangements weiß er genau, wann im melancholischen “Song For Lovers” das Streichensemble zu den Akustikgitarren stoßen muss, ohne dass das Ganze zum Kitsch verkommt. Wie man einen äußerst zynischen Indie-Pop-Song wie “Stay (Just A Little Bit More)” dank Ukulele und Xylofon harmlos klingen lässt. Und wie man es schafft, dass weder der finnische Buschtrommelkanon “Unissasi Laulelet” noch die Eminem-Parodie “Queen Dot Kong” zu Fremdkörpern auf dem Album verkommen. Er ist der Stratege, sie das Chaos – eine hervorragende Kombination.

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