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EXTRA: Castingshow – "Deutschland sucht den Superstar"


DSDS
Die Schlange hat es versaut

Überraschung am Samstagabend: Oberzicke Annemarie Eilfeld ist im Halbfinale von DSDS ausgeschieden. Grund für ihre Vertreibung aus dem Casting-Paradies waren zwei miserable Auftritte und – was könnte passender sein? – eine Riesenschlange.

Kein Tag ohne “Bild”-Schlagzeile über Annemarie Eilfeld. In dieser Woche veröffentlichte das Boulevard-Blatt das große Friedensangebot der DSDS-Zicke: Die Aussöhnung mit Dieter Bohlen sei ihr ein Herzenswunsch, allein schon wegen der Harmonie in der Show. “Ich habe alle seine Bücher gelesen – ich finde, wir sind uns ziemlich ähnlich”, charmierte die Blondine in Richtung Bohlen. Und ließ sich obendrein noch mit einer goldenen “DIETER”-Kette um den Hals ablichten.

Entsprechend war die Reaktion der Jury: Neumüller hielt den Auftritt für – Sie ahnen es – “hammermäßig” und fühlte sich “getouched”. Auch Bohlen war aus dem Häuschen und befand in piepsiger Thomas-Anders-Gedächtnis-Tonlage, dass sie “jeeeeeden Ton” getroffen habe. Sein Fazit: “Eins Plus mit Sternchen.”

Gleiches gilt für Daniel Schuhmacher, den laut Moderator Schreyl “einzigen Mann bei DSDS.” Der 22-jährige Schüler demonstrierte erneut, dass er mit Abstand über die beste Stimme im Wettbewerb verfügt und wusste selbst mit seiner schwächsten Darbietung (“Rehab” – Amy Winehouse) zu überzeugen. Sowohl “Get here” von Oleata Adams als auch den alten “Viagra-Song” (Bohlen) “Stand by me” intonierte der Jury-Liebling aus Pfullendorf derart gekonnt, dass selbst die rivalisierenden Fan-Lager in der Halle in kollektiven Jubel ausbrachen. Da war sie also mal, die lang ersehnte Harmonie bei DSDS.

Eichinger fabulierte verzückt von Daniels “Engelsstimme”, Bohlen hatte Gänsehaut und Neumüller erbrach seine Begeisterung in einer Wortwiederholungsorgie von beachtlicher sprachlicher Beschränktheit: “Stimme, Stimme, Stimme! – Gefühl, Gefühl, Gefühl! – Hammer-, hammer-, hammermäßig!”

Ginge es bei DSDS allein um Talent und Sangeskraft wäre die Sache bereits am Ende der Mottoshow klar gewesen: Daniel und Sarah kommen ins Finale, Annemarie fliegt nach mieser Leistung raus. Doch so einfach funktioniert eine moderne Casting-Show nicht, und daher blieben bis zum Schluss viele Fragen offen: Wie groß ist das Fan-Lager von Annemarie wirklich? Haben die abstimmungswilligen Zuschauer weiterhin Interesse an der Geschichte vom kämpferischen Underdog, der in seiner Schlacht gegen die hundsgemeine Jury nicht viel mehr im Gepäck hat als den Traum von Superstar und die Medienmacht einer tumb lobhudelnden Boulevardzeitung mit Millionenauflage? Wie viele lassen sich verführen vom Angebot der “Bild”, die demjenigen die Chance auf 10.000 Euro bietet, der per SMS für Annemarie abstimmt? (Übrigens indem man die Bestätigung des kostenpflichtigen Annemarie-Votings bei RTL an eine kostenpflichtige Nummer bei “Bild” schickt.)

Die Antwort kannte zunächst nur Marco Schreyl. Der Moderator, der mit seinem feuerroten Anzug den Wettbewerb mit Eichingers Regenbogen-Dress um das mieseste Outfit des Abends hauchdünn für sich entscheiden konnte, zögerte die Bekanntgabe wie gewohnt elend lang hinaus. Minutenlang blickten die Zuschauer in flehende Gesichter auf der Casting-Couch, die Fanlager kauten sie sich vor Aufregung die Fingernägel blutig. Endlich, gegen 23:25 Uhr die Erlösung für Daniel und Sarah: Sie stehen im Finale, Annemarie ist Geschichte.

Allen Ernstes: Die dreiköpfige Jury jubelte ausgelassen, auf- und abhüpfend im Schulterschluss und verpasste damit der ganzen Schmierenkomödie einen peinlich-grotesken Schlussakt. Die Verliererin trug es mit Fassung, gestaltete ihren Abschied kurz und knapp: “Zu meinem Ende kann ich nur ein Wort sagen: Endlich!”

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