Ads

 
 

Poslednje

Eurovision Song Contest – Moscow 2009



Nüsschen bereit? Landesfahne ausgepackt? Krimsekt kalt gestellt? Am 16. Mai ist es zum 54. Mal so weit: Der europäische Gesangswettbewerb versucht, sein angestaubtes, oft kritisiertes Kleid reinzuwaschen. Sicher, der Eurovision Song Contest ist nicht mehr das, was er einmal war. Aber man gibt ihm ja doch gerne jedes Jahr aufs Neue wieder eine Chance, sitzt gespannt vor dem Fernseher. Muss aber meistens nach höchstens einer Stunde doch den Zapping-Reflex unterdrücken. Vor allem, wenn man die wirklich öden Nummern schon vom jetzt erscheinenden Doppel-CD-Sampler her kennt.

Auf “Eurovision Song Contest – Moscow 2009” sind im übrigen alle 42 Titel nach Herkunftsland alphabetisch geordnet. So herrscht zumindest hier Gerechtigkeit, nachdem der Sangeswettbewerb ja in den letzten Jahren wegen angeblicher Punkte-Dealerei zwischen Nachbarländern in Verruf geraten war. Dass die meisten Länder ihre eigene Sprache negieren und in markttauglichem Englisch singen, stört hingegen schon lange keinen mehr.

Und der deutsche Beitrag bildet da ja auch keine Ausnahme: Alex Swings Oscar Sings performen “Miss Kiss Kiss Bang”. Da hat der Alex Christensen wohl ein wenig zu viel Mambo No. 5 und Roger Cicero gehört. Aber egal, wenn es dabei bleibt, dass Dita von Teese sich dazu in oder auf irgendetwas räkelt, ist wenigstens der Effekthascherei Genüge getan. Wahrscheinlich ist der Swing-Pop-Song aber immerhin noch besser als die wirklich fiese Disconummer aus Griechenland, die keinerlei Charakter der heimischen, sonst so kraftvollen Musik trägt, sondern als fader Eurotrash auf Englisch vor sich hin knistert. Hingegen völlig sprachlos hinterlässt den Hörer der ungarische Beitrag, der nicht mehr als ein laues Disconümmerchen ist.

Und dennoch: Einige traditionalistische Verfechter nationalen Kultur- und Sprachguts gibt es noch. Estland bringt mit Urban Symphony und deren Titel “Rändajad” eine ziemlich abgefahrene Bombast-Ballade, die es schaffen könnte. Frankreich gibt sich stilvoll und lässt Chanteuse Patricia Kaas antreten, deren Nummer selbstredend gut vorgetragen wird, aber deren Wiedererkennungswert sich auch in Grenzen hält. Zwar nicht gerade traditionell, dafür aber wirklich druckvoll tritt Irland an. “Et Cetera” von Sinéad Mulvey & Black Daisy macht von der ersten Sekunde an gute Laune. Ebenso wie der moldawische Beitrag, der einfach schon mal eine Siegesparty mit “Hora Din Moldova” feiert.

Besondere Erwähnung verdienen dann noch natürlich Ralph Siegel und Bernd Meinunger. Die zwei Herren, die wirklich schon eine Menge in ihrem Leben bewegt und vor allem geschrieben haben, stellen Montenegro ihre Songwriter- und Texter-Fähigkeiten zur Verfügung. Abschließend fällt auf, dass beim diesjährigen Eurovision Song Contest die Gitarren mehr Einzug halten, die Balladen an Schmalz verlieren und Abwechslung geboten ist. Insofern: Vielleicht hält man als Zuschauer ja doch bis zur Siegerehrung durch …

Posted in Kurtoni

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

Kurtoni.com