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CD-Kritik: Sonic Youth – The Eternal


CD-Kritik: Sonic Youth
The Eternal

Das wievielte Studioalbum der Indie-Legenden ist das jetzt noch mal? Bei so viel Output kann man leicht den Überblick verlieren. The Eternal ist das 16. “richtige” Album der sonischen Jugend, das nach über 20 Jahren beim Major Geffen Records wieder bei einem Indie-Label (Matador) erscheint. Die zweite Neuigkeit heißt Marc Ibold, der vorher bei Pavement Bass spielte. Wie bei jeder neuen Sonic-Youth-Platte waren die Erwartungen vor der Veröffentlichung riesengroß. Um die noch einmal anzuheizen, postete die Band eine krachige Collage aus Schnipseln der zwölf Songs auf YouTube. Da war schon klar: die beschaulichen Zeiten von “Sonic Nurse” (2004) und “Rather Ripped” (2006) sind vorbei.

Der nervöse Opener “Sacred Trickster” beginnt mit dissonanten Akkorden und fegt dann nach 14 Sekunden wie zur Bestätigung über den Hörer hinweg. Mit schweren, schnellen Gitarren und Kim Gordon, die gehetzt, aber auch ziemlich sexy klingt. “Anti-Orgasm”, eine Art Slogan-Duett zwischen Gordon und ihrem riesengroßen Gatten Thurston Moore, ist dann erst mal das härteste und sozusagen sonischste, was man von Sonic Youth seit Langem gehört hat. “Pe-ne-tra-tion”, croont Moore, eine Oktave höher schreit Gordon: “destroys the body!”, auf “Anti-War” folgt “is Anti-Orgasm!” – was auch immer das heißen mag. Heavy und dunkel wummern dazu Bass und Gitarre – der Noise-Rock ist zurück.

Aber nicht nur: “Antenna” ist ein wunderschön melancholischer, sechsminütiger Popsong. “What We Know” zeigt Lee Ranaldo als Songwriter in Höchstform, “Poison Arrow” erinnert stark an die hitverdächtige Grunge-Platte “Dirty”, und “Malibu Gas Station” ist ein heimlich unverzerrter Hit, der auch auf dem letzten Album “Rather Ripped” einen Platz gefunden hätte.

Und so ist “The Eternal” natürlich kein neues “Goo”, kein zweites “Daydream Nation” und längst keine “Dirty”-Kopie. Und doch vereint es immer wieder große Momente aus den Meilensteinen der Sonic-Youth-Diskografie in sich. Genau diese Freiheit, aus verschiedenen Perioden ihres Schaffens zu schöpfen und daraus etwas zu kreieren, das definitiv nach 2009 klingt, macht “The Eternal” zu einem großen Album.

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