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Hat Ihr Kind Kummer? So finden Sie es heraus


Hat Ihr Kind Kummer? So finden Sie es heraus

Für kein Problem gibt es ein maßgeschneidertes Patentrezept, weder für Kinder noch für Erwachsene. Jeder Mensch entwickelt ganz individuelle Strategien, mit Schwierigkeiten umzugehen. Manche Kinder gehen Probleme offensiv an und besprechen sie mit Freunden oder in der Familie, lassen einfach ihren Dampf ab oder fragen ganz gezielt um Rat. Doch nicht immer ist Kinderkummer so leicht zu erkennen: Denn nicht alle Kinder können ihre Gefühle in Worte fassen und thematisieren. So ziehen sich traurige, frustrierte Kinder oft zurück, andere werden plötzlich aggressiv, wiederum andere zeigen körperliche Symptome wie Bauchweh, Kopfschmerzen oder ständige Müdigkeit und Lustlosigkeit.

Checkliste: Woran erkennen Sie, dass Ihrem Kind etwas auf der Seele liegt?

– Ist Ihr Kind nervöser als sonst?
– Verweigert Ihr Kind häufiger die Nahrungsaufnahme oder isst es deutlich weniger als sonst? Oder hat es vermehrte “Fress-Anfälle”?
– Macht Ihr Kind häufig einen müden oder lustlosen Eindruck?
– Meidet Ihr Kind häufiger bestimmte Situationen, z. B. mit Freunden ins Schwimmbad zu gehen oder alleine zur Schule zu laufen?
– Hat Ihr Kind öfter Bauchweh, Kopfschmerzen oder andere körperliche Symptome wie Juckreiz oder ein Ekzem?
– Weint Ihr Kind schnell aus scheinbar “nichtigen” Anlässen oder wird es rasch wütend, ohne dass Sie genau verstehen, warum es so erregt ist?
– Ist Ihr Kind in letzter Zeit deutlich aggressiver als üblich?
– Nässt Ihr Kind nachts häufiger ein?
– Hat es morgens oft keine Lust, in die Schule zu gehen?
– Zieht sich Ihr Kind deutlich zurück, will es öfter allein sein als früher?

Auswertung:
Wenn Sie mindestens zwei dieser Symptome über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen bei Ihrem Kind feststellen und körperliche Ursachen wie etwa ein Infekt, eine chronische Krankheit oder Eisenmangel ausgeschlossen werden können, sollten Sie in einem gemeinsamen Gespräch herausfinden, was Ihr Kind bedrückt.

3 Tipps für den Umgang mit Kummer: So reden Sie mit Ihrem richtig Kind

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihrem Kind etwas auf der Seele liegt, sollten Sie möglichst behutsam versuchen, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Achten Sie dabei auf folgende
Punkte:

1. Vermeiden Sie unbedingt Formulierungen, die das Kind in Erklärungsnot bringen:”Was ist denn los mit dir?” ist zwar nett gemeint, überfordert Kinder aber häufig, da sie ja oft selbst nicht so genau wissen, was sie so belastet, oder zumindest Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle in Worte zu fassen.

2. Hören Sie genau hin, was Ihr Kind antwortet. Bestätigt Ihr Kind Ihren Eindruck oder fühlt es sich missverstanden? Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn Sie mit Ihrem Gefühl nicht ganz richtig lagen, denn Sie signalisieren ja Interesse, und das ist weit wichtiger, als intuitiv den Gefühlszustand Ihres Kindes erfassen zu können.

3. Signalisieren Sie Verständnis: “Ja, das kann ich verstehen, dass dich das sauer/traurig/wütend macht.” So ein Satz erleichtert. Wer sich so verstanden fühlt, kann meistens ganz allein den ersten Schritt unternehmen, um aus dem Kummer herauszukommen. Trösten Sie Ihr Kind, wenn es das zulässt.

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